Architektonische Entdeckungsreise

 

Peppe Giacomazza erfreut sich mittlerweile hoher Bekanntheit in Flandern. Bekannt wurde er mit seinem italienischen Restaurant La Botte im belgischen Genk, das italienische Küche auf höchstem Niveau anbietet. Unlängst wagte er das Unmögliche und eröffnete in nur fünfzig Meter Entfernung von La Botte sein zweites Restaurant: Peppe’s. Ein komplett anderes Konzept, aber natürlich mit denselben köstlichen italienischen Gerichten, denn in seiner Schürze ist Peppe ständig zwischen den Restaurants unterwegs. Massimo Pignanelli von UAU collectiv ist für die Inneneinrichtung verantwortlich: „Alle unsere architektonischen Entwürfe haben etwas gemeinsam, nämlich, dass wir nicht sofort alles verraten wollen. Wir wollen, dass Besucher sich in einem Gebäude auf Entdeckungstour begeben. In den einzelnen Räumen erleben die Besucher unterschiedliche Stimmungen. Mobiliar, die präsentierten Produkte, aber auch die verwendeten Materialien wie die Murals Blend- und Scenes-Fliesen von Mosa im Format 15 x 15 Zentimeter bilden einen deutlichen Kontrast zu den Betonfußböden und -wänden.“

 

PROJEKTDETAILS
Projekt: Peppe’s
Designer: UAU collectiv
Ort: Genk (Belgien)
Fläche: 265 m2
Jahr der Fertigstellung: 2015
Mosa-Kollektion: Scenes, Murals Blend

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Individueller Ansatz

„Unser Architekturbüro ist im In- und Ausland in unterschiedlichen Bereichen tätig. Wir entwerfen exklusive Wohn- und Gastronomiegebäude, erstellen Masterpläne, betreiben Projektentwicklung und entwerfen auch Innenraumkonzepte wie für Peppe's. Dank dieser Palette verschiedener täglicher Aufgaben können wir immer wieder anders an unsere Arbeit herangehen. Das ist inspirierend. Bei UAU macht sich niemand einfach so an die Arbeit, denn zuerst hören wir unseren Kunden zu. Dafür nehmen wir uns wirklich Zeit, weil wir die richtige Antwort geben wollen und unseren Kunden immer etwas mehr bieten wollen als wir eigentlich müssen. Wir sind eigentlich immer unbewusst und hartnäckig auf der Suche nach dem Neuen, Anderen. Wir finden, dass jede Frage eine Antwort verdient. Daher haben wir keine spezifische Signatur, denn wir wollen uns nicht selbst kopieren. Diese Einstellung finde ich auch bei Mosa wieder. Die Leute von Mosa arbeiten mit ihren Kunden zusammen und überzeugen durch ihren Ansatz und ihr Gefühl für Design. Mosa hat für jeden Kunden eine individuelle Lösung und bietet außergewöhnlichen Service. Darum verstehen wir uns so gut, denn unser Kundenansatz beruht auf denselben Grundlagen.“

 

Italienische Gemütlichkeit

„Peppe Giacomazzas Konzept ist etwas Besonderes und beruht auf der Gemütlichkeit, die eine italienische Familie ausstrahlt. Das Restaurant ist zugleich Bistro, Brasserie und Wohnzimmer, in das man eintritt und in dem man herzlich empfangen wird. Hier können Kunden die Produkte, die Peppe in seiner Küche verwendet und im Restaurant anbietet, auch selbst kaufen. Vom Wohnzimmer geht es direkt in den zentralen Bereich, dem Mittelpunkt in jedem italienischen Haus, nämlich in die Küche. Dies ist der Ort, an dem alles passiert, wo sich die ganze Familie trifft, miteinander spricht und wo Liebe und Leid geteilt werden. Hinter der komplett einsehbaren Küche, in der die Köche hinter Glas mit gewelltem Relief stehen, liegt der Gästebereich, der den hinteren Teil des Restaurants bildet. Indem die Küche in den Mittelpunkt gestellt wird, hat jeder Raum, aber auch jeder Gast jederzeit Kontakt zum Rest des Restaurants. Sie sind ein Teil des Ganzen und dienen als verbindendes Element.“

 

Architektur ist Nebensache

„Ausgangspunkt für Peppe's war, dass ich eine schlichte Umrahmung aus Schwarz, Weiß und Grau erschaffen wollte. Italienische Produkte sind von Natur aus farbenfroh. Weiße Pasta mit roter Tomatensoße und grünem Basilikum, Weinflaschen mit ihren Etiketten... all das sorgt für Farbe und Lebendigkeit. Dem muss man nicht noch mehr Abwechslung entgegen setzen, denn das endet nur im Chaos. Die Gestaltung einer ruhigen Umgebung ermöglichte es, mit den Fliesen, farbigen Stühlen und den angebotenen Produkten Akzente zu setzen. Denn meiner Meinung nach sollte es vor allem darum gehen, dass das Angebot eines Geschäfts im Mittelpunkt stehen muss. Es sollte nicht um die Architektur gehen. Architektur ist eine Nebensache, die den Produkten ihren Raum lässt. Oder wie ein Gast bei der Eröffnung zu mir sagte: ‚Sie haben aus etwas ganz Neuem etwas ganz Altes gemacht. ‘ Das ist ein schönes Kompliment: die Wahrnehmung, dass etwas bereits seit 100 Jahren verwendet wird, dass es dazugehört, selbstverständlich ist und hilfreich ist.“

 

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Fliesen mit vielen unterschiedlichen Farbtonabstufungen

„Bei Peppe's ging es ausschließlich um die Inneneinrichtung und eine hohe Sichtbarkeit, einerseits weil das alte Gebäude in erster Linie als Festsaal bekannt war, andererseits aufgrund Giacomazzas großen Erfolgs als Chefkoch. Ich habe mich für die Verwendung rauer, einfacher Materialien entschieden, die auf Peppes sizilianische Herkunft verweisen. Die Insel ist für ihre Einfachheit, aber auch für ihre ‚Casalinga‘, die Gemütlichkeit, bekannt. Diese beiden Seiten sollten sich im Design widerspiegeln. Wenn Sie eintreten, fallen der hellgraue Betonfußboden und die Decke mit schwarz gestrichenen Rohren und Lüftungsleitungen, die sich mit nackten Hängearmaturen abwechseln, wie sie früher auch zuhause hingen, sofort ins Auge. Außerdem haben wir alte, mit Metall verzierte Holzelemente angebracht, was der Inneneinrichtung einen industriellen Charakter verleiht.“


„Die zwanzig Meter lange Theke besteht aus weißem Carrara-Marmor aus der Toskana. Dahinter befindet sich die Wand mit verfliesten Nischen, wofür wir die kleinen (15 x 15 Zentimeter) Murals Blend-Fliesen verwendet haben. Die sieben Farben, die wir für die Wand verwendet haben, – weiche Pastelltöne wie Gelb, Grün, Blau sowie ein sehr helles Weiß – bilden einen tollen, erfrischenden Kontrast zu den kräftigen, dunklen Schwarz- und Grautönen, die man beim Eintreten sieht. So wird die industrielle Atmosphäre um die typisch sizilianische Wärme einer Insel ergänzt, die für kulinarische Genüsse und Handel steht und eine enorme Dynamik bietet. Die Farben entwickeln eine ungemeine Anziehungskraft. Wir wollten auf keinen Fall große Fliesen, weil die zu sachlich wirken und nicht dieses Gefühl der Gemütlichkeit haben. Wir wollten für visuelle Reize sorgen und gewissermaßen eine Kakofonie inmitten der Gemütlichkeit schaffen. Wir haben dieses kleine Format auch in Form der Scenes-Fliesen, die einen sukzessiven Farbverlauf aufweisen und für intensive Nutzung geeignet sind, auch auf den Fußböden im Gästebereich verwendet. Hier haben wir verschiedene Grautöne verwendet, die ab und zu ins Schwarze neigen. Für farbliche Akzente sorgen hier die Holzstühle mit ihren farbigen Metallrahmen. Im Sanitär- und Küchenbereich haben wir eine Kombination zwischen verfliesten Fußböden und Wänden gesucht, aber indem wir auf den Fußböden und Wänden jeweils verschiedene Materialien und wechselnde Formate – vorne und in der Mitte Betonfußböden und verflieste Wände, im hinteren Bereich verflieste Fußböden und Betonwände – verwendet haben, konnten wir deutliche Trennlinien ziehen. Man sieht, wo die Theke endet und wo Küche und Gästebereich eigentlich beginnen. Ergebnis ist eine völlig andere Atmosphäre. So kann der Gast sich auf Erkundungstour durch den Raum begeben, jeden Bereich anders erleben und anders bewerten.“

 

Herausforderung für Mosa

„Mit den kleinformatigen Fliesen lässt sich übrigens bestens arbeiten. Sie sorgen mit dafür, diese typisch italienische Küchenatmosphäre zu erzeugen, obwohl das Design natürlich eine Abstraktion darstellt. Sowohl die Scenes- als auch die Murals Blend-Fliesen sind ausdrucksstark, aber auch zuverlässig, maßhaltig und qualitativ hochwertig. Vielleicht sind sie auch etwas teurer, aber dafür bekommt man ein Team, das mitdenkt und Kunden in die eigene Fabrik einlädt, um nach weiteren Möglichkeiten zu suchen. Ich würde mich auch darüber freuen, wenn Mosa noch kleinere Fliesen herstellen würde, da wir oft mit abgerundeten Wänden arbeiten, wo solche Fliesen einfacher verlegt werden können. Ich habe Mosa bereits darum gebeten und die Zusage erhalten, dass dies weiter untersucht wird. Nein kennt man in Maastricht nicht.“

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